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10.09.2010 - 19:00
Autohaus Ehrhardt AG

Jubiläumsabend 10 Jahre provinzschrei mit Katja Riemann, Arne Jansen, Michael Gerlinger und dem Modetheater GNADENLOS schick

Jubiläumsabend 10 Jahre provinzschrei mit Katja Riemann, Arne Jansen, Michael Gerlinger und dem Modetheater GNADENLOS schick 

»FRIEDENSREICH – Ein Doitschlandabend«, Katja Riemann liest Sibylle Berg und singt Rammstein, Arne Jansen spielt Gitarre

 

Was ist los in Schrebergärten und Boutiquen, im Theater, unter Journalisten und Ökos, in der Bahn und anderswo? Im Osten, wie im Westen? Vor ungefähr einem Jahr hatte Katja Riemann, Schauspielerin, Sängerin, Kinderbuchautorin und UNICEF-Botschafterin in einer Person, die Idee zu diesem Abend. Unter zu Hilfenahme der Texte von Sibylle Berg und der Musik der Berliner Metall-Band Rammstein befasst sie sich gemeinsam mit Arne Jansen mit dem Thema Deutschland. Dass dabei freiwillig oder unfreiwillig Komik entsteht, bedarf keiner Erklärung, dass darüber hinaus Sehnsucht und die Fähigkeit zur Schwermut kolportiert wird, ebenfalls. Nach der Premiere des Stückes am Deutschen Theater in Berlin gab es Standing Ovations für Programm und Künstler. Das Publikum in Suhl darf sich auf einen Abend freuen, der gleichermaßen aufregend, unterhaltsam und provokativ ist, sowohl inhaltlich, als auch musikalisch.

 

Zitat: »Es ist nicht immer angenehm, aus seiner schaukelnden Ruhe geschüttelt zu werden, es ist nicht immer schön, zu schauen, was man sich schön geschaut hat. Ich habe diese Texte nicht geschrieben, (leider), ich habe sie zu einem Konzept vermengt und einen Abend erfunden, den es so nicht gab; ich versuche mit ihnen in einer Weise interpretatorisch umzugehen, dass etwas heraus gehört werden kann, was man so noch nicht gehört hat. Mich interessiert, Menschen anzuregen; vielleicht ärgern sie sich oder lachen oder denken einen neuen Gedanken oder erleben einen Gedanken, der der ihrige war, ohne das er jemals so konkret formuliert gewesen wäre. Vielleicht sogar sagt man: ach scheiße, zu bequem geworden.« (Auszug aus einem Interview mit Katja Riemann zum Programm »Ein Doitschlandabend« in der Neuen Westfälischen vom 20. 11. 2009).

 

Katja Riemann, geboren und aufgewachsen bei Bremen, ist Schauspielerin und Sängerin. Nach dem Studium des zeitgenössischen Tanzes und Schauspiels in Hamburg, Hannover und München hatte sie 1987 ein erstes Theaterengagement an den Münchner Kammerspielen, anschließend am Berliner Schillertheater. Seit 1993 ist sie freischaffend. Mit zahlreichen Rollen bei Film und Fernsehen, wie 1987 in Peter Beauvais’s »Sommer in Lesmona«, für den sie den Adolf-Grimme-Preis erhielt, machte sie sich deutschlandweit einen Namen. Seit dem bekam sie dreimal den Deutschen Filmpreis, dreimal den Bayrischen Filmpreis, den Ernst Lubitsch Preis, je zweimal den Bambi und die Goldene Kamera. Für ihre Hauptrolle in Margarethe von Trotta’s »Rosenstraße« erhielt sie 2003 den goldenen Löwen von Venedig und für den Soundtrack zum Film »Bandits«, den Sie gemeinsam mit Jasmin Tabatabai und Nicolette Krebitz geschrieben hat, 1997 die Goldene Schallplatte. Von der kühlen Blonden des deutschen Films der 90er Jahre hat sie sich längst zur vielbeachteten Charakterdarstellerin entwickelt. Ihre bekanntesten Filme sind: »Abgeschminkt«, »Ein Mann für jede Tonart«, »Der bewegte Mann«, »Himmel und Hölle«, »Stadtgespräch«, »Nur aus Liebe«, »Bandits«, »Die Apothekerin«, »Comedian Harmonists«, »Rosenstraße«, »Ich bin die Andere«, »Das wahre Leben«, »Ein fliehendes Pferd«, »Die Grenze«.

 

Arne Jansen, geboren in Kiel, aufgewachsen in Flensburg, ist Musiker. Er machte nach dem Abitur ein Studium der Jazzgitarre an der Universität der Künste in Berlin und spielte unter anderem mit Paul Van Dyk, Gitte Haenning, Jocelyn B. Smith, Naked Raven, Zülfü Livaneli, Tim Fischer. Mit dem »Arne Jansen Trio« wurde er 2007 Preisträger beim Studiowettbewerb des Berliner Senats. 2008 erhielt er mit »Firomanum « den Förderpreis beim »Jazz Baltica«.

 

Gerlinger moderiert, singt, entertaint, liest, spricht und führt durch den Abend – Stefan Groß begleitet ihn an der Gitarre

 

Schauspieler, Sänger, Entertainer, Conférencier, Moderator und unbequemer Zeitgeist – Michael Gerlinger scheint in keine Schublade zu passen. Kult waren zu jener Zeit, als er bei dem vom Publikum ungeliebten Schweizer Res Bosshart, von 2002 bis 2005 Intendant des Südthüringischen Staatstheaters in Meiningen, als Schauspieler zu Höchstform auflief, seine Meininger LateNight-Shows. Aber auch Gerlingers spontane und künstlerisch doch immer sehr niveauvolle Ausflüge ins musikalische Genre haben die zahlreichen Besucher begeistert. Sein »Salon Furore« (u. a. mit Stefan Groß) ist vor allem mit dem Rio-Reiser-Programm »Der Traum ist aus« überregional bekannt geworden. 2007 war Michael Gerlinger das erste Mal beim provinzschrei in Suhl und hat es auf seine unnachahmliche Art und Weise als Moderator in kürzester Zeit geschafft, im ausverkauften Saal zur »Langen Nacht der Liebe« eine knisternde Stimmung zu erzeugen, die mehr als nur eine Gänsehaut hinterlassen hat. Ähnlich wie vor drei Jahren wird Michael Gerlinger durch den provinzschrei-Jubiläumsabend führen und die Moderation mit kreativen Zutaten aus all seinen künstlerischen Schubladen ausschmücken, aus denen er sich bedient wie ein Alchimist, der das jahrtausendelang gesuchte Mischungsverhältnis der Goldsynthese entdeckt hat. Begleitet wird er dabei vom Meininger Theater-Gitarristen Stefan Groß.

 

Michael Gerlinger wurde 1967 in Konstanz am Bodensee geboren. Zum Zivildienst ging er als Pfleger in ein Krankenhaus nach Hamburg und machte dort eine Ausbildung zum Schauspieler an der »Stage school of music dance and drama«. Es folgten zehn Jahre als freier Schauspieler in Hamburg mit Engagements u.a. am Thalia Theater, Kampnagel, Altonaer Theater, Theater N. N., dem Schauspielhaus und eigenen Programmen. 2003 ging er mit Intendant Res Bosshart nach Meiningen. Nach zwei künstlerisch sehr interessanten Jahren und dem darauf folgenden »Weggang« des Intendanten, blieb er noch ein Jahr unter neuer Intendanz, um sich dann wieder der freien Arbeit zu widmen. 2006 initiierte er ohne Startkapital, aber mit viel Behördensteinen, die ihm in den Weg gelegt wurden, die Meininger LateNightShow als Produzent und Entertainer und sorgte damit dafür, dass sich die Kunstform »politisch – satirischer – Notstandstrash« in Meiningen etablierte. Die Show war immer ausverkauft. Er gründete verschiedene Musikprojekte: »Klanggesang« (lebende Installationen, Unterhaltungsmusik, »The Cure«- und Nick Cave Projekte) und »Salon Furore« ( »Der Traum ist aus« – ein Rio Reiser Konzert). Als Schauspieler konzentrierte er sich seit 2006 verstärkt in Richtung Film und Fernsehen. Michael Gerlinger wohnt heute gemeinsam mit seiner Frau und seinen fünf Kindern in Potsdam.

 

GNADENLOS-schick ist gleich gnadenlos gut!

Lehnen Sie sich zurück und lassen Sie sich begeistern von den einzigartigen, farbintensiven, verrückt-originellen und völlig erdentfremdeten Modekreationen des Weimarer Modetheaters »GNADENLOS-schick«! Geprägt von einer gleichsam durchdachten wie auch spontanen Inszenierung der Beziehungen zwischen Mensch und Raum, zwischen Farben, Formen, Licht, Schatten, Material, Textil, Bewegung und Musik gelingt es den Darstellern des Modetheaters scheinbar im Vorbeigehen, eine extravagante und unvergleichlich exotische Spannung zu erzeugen und jedes Publikum mit Leichtigkeit zu wahren Jubelstürmen hinzureißen. Wer allerdings eine typisch konservative Modenschau erwartet, der wird sich wundern, denn das Feuerwerk an Ideen und Inspiration, an Farbe und Freude, an Komik und ungebändigter Ausprobierlust sucht nicht nur hierzulande seinesgleichen. Verantwortlich für all das »Theater« ist die Weimarer Modedesignerin Christel Schöne. Seit 1992 plant und organisiert sie die Auftritte des Modetheaters GNADENLOS-schick. Die von ihr inszenierten walk acts und »Modenshows« zählen mittlerweile zu den absoluten Geheimtipps in der bundesweiten Kunst- und Kulturszene.

 

Der Jubiläumsabend wird präsentiert von der Tageszeitung »Freies Wort«.